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Petra von Alvensleben
Beiträge: 11 | Zuletzt Online: 30.11.2017
Name
Petra von Alvensleben
Geburtsdatum
31. Juli 1968
Beschäftigung
Praxis für Systemaufstellungen
Hobbys
Chorgesang, Malen, Natur
Wohnort
Hannover
Registriert am:
06.11.2015
Beschreibung
Geschlecht
weiblich
Tigertraining (Testlauf)
keine Angabe
    • Petra von Alvensleben hat einen neuen Beitrag "Langlotz und Ruppert als Introjekt?" geschrieben. 30.11.2017

      P.S.: ...den Widder weiß ich zu schätzen....den kenne ich gut

    • Petra von Alvensleben hat einen neuen Beitrag "Langlotz und Ruppert als Introjekt?" geschrieben. 30.11.2017

      Lieber Ero,

      vielen Dank für deine Antwort. Ich teile deine Leidenschaft für Theorien und Diskussion und finde es toll, dass es hier im Forum die Möglichkeit gibt für Austausch. Das ist ein ganz wertvolles Angebot (wenngleich online immer auch missverständlich, da nur schriftlich..ohne Gesicht)...
      Gerade bin ich aber wirklich stiller geworden.
      Dieser Prozess, den ich oben angedeutet habe, hat mir tatsächlich etwas zu verstehen gegeben, was ich nicht ausdrücken kann. Und keinerlei Theorie kann hier befriedigende Erklärungen liefern.
      Mir fällt dazu nur der Satz ein, den ich damals vor vielen Jahren während meines Studiensemesters in Paris gefunden haben: "Les expériences de la vie sont incommunicables. Et c'est qui cause toute la solitude..."
      Die Erfahrungen, die wir im Leben sammeln, sind nicht in Worte zu fassen/ sind schwer kommunizierbar. Und das ist es, was uns einsam macht....
      Dennoch vielen Dank für den Austausch - wir scheinen es zu brauchen - wir Menschen sind kommunikative Wesen, wenngleich Worte nicht alles zu beschreiben imstande sind.
      Somit ersteinmal eine schöne Adventszeit....wenn wir die alten christlichen Geschichten beiseite lassen und den Naturgöttern Raum geben, kann diese Zeit um die Wintersonnenwende auch wirklich eine kraftvolle und "erleuchtende" Zeit werden....in der Tiefe der Dunkelheit wird das Licht geboren...Vielleicht springt ja ein Funke "Erleuchtung" auf uns alle ab...
      Viele Grüße
      Petra

    • Petra von Alvensleben hat einen neuen Beitrag "Langlotz und Ruppert als Introjekt?" geschrieben. 28.11.2017

      Oh. Äh? Ach so. Ich hatte nicht den Eindruck, dass ich euch in meinem Raum hatte. Lediglich ward ihr - war euer Konflikt - ein Spiegelbild für meinen eigenen inneren Konflikt.
      Dankenswerter Weise habe ich in der Begegnung mit euch dies erkannt. Ihr habt mich in diesem speziellen Punkt gespiegelt.
      Etwas in mir drängte ja danach, sich hier an genau dieser Stelle mitzuteilen. So habe ich gerlernt.
      Der Austausch mit euch hat mir etwas gespiegelt.....dies ist meine Theorie
      Hast du schon mal darüber nachgedacht, ob deine Theorie womöglich dein eigenes wahres Selbst ersetzt?
      Wäre doch auch möglich, oder?
      Gruß, Petra

    • Petra von Alvensleben hat einen neuen Beitrag "Langlotz und Ruppert als Introjekt?" geschrieben. 28.11.2017

      Lieber Ero
      ....etwas ist geschehen. Ein Prozess in mir vollendet sich auf irgendeine Weise, die näher zu beschreiben ich nicht imstande bin.
      Als du geantwortet hattest, begann ich mich plötzlich wie die jugendlich-mädchenhafte Petra zu fühlen. Nicht ernst zu nehmen. Ich konnte mich dann aber wieder besinnen auf mich.
      Als Franz Ruppert mir antwortete spät am Abend, löste dies tief in meiner Seele etwas aus. Es berührte mich.
      Es waren nicht eure Worte.
      Es war vielmehr eine "Energie" oder "Schwingung", die durch die mails transportiert wurde und mit der ich in Resonanz ging.
      Heute morgen dann fiel mir auf, warum ich so engagiert diskutieren wollte um die Vereinigung eurer beider Theorien...
      An der Oberfläche will einem zunächst die Mama-Papa-Vereinigung einfallen.
      Doch es ist tiefer. Es berührt meine weibliche Seite, meine Intuition. Und meine männliche Seite, meinen Verstand und meine Kraft zu kämpfen.
      Diese Teile haben gegeneinander gearbeitet, haben sich nicht wertgeschätzt. Sich gegenseitig verachtet.
      In der Natur dient das männliche Prinzip dem weiblichen. (Nein, das ist nicht Hellinger, das ist u.a. Einstein..)
      Ich wollte meinen Verstand immer über meine Intuition stellen.
      Aber das geht nicht.
      Was gerade in mir passiert, macht mich ganz still. Etwas stirbt. Es wird leer, und dieses Mal macht es mir keine Angst. Ich spüre meine Intuition, und ich weiß um meinen Verstand.
      Es fühlt sich ganz an. Zum ersten Mal.
      Irgendwie habe ich die Begegnung (per mail) mit euch beiden gebraucht, um dies in mir selbst zu eröffnen.
      Meine Arbeit wird weiterhin sehr intuitiv und wertschätzend sein - ähnlich wie es bei Franz der Fall ist. Ich bin mir aber meiner Werkzeuge, meines Verstandes, meiner Kampfkraft bewusst und helfe den Klienten aktiv, auch die ihre zu finden, so wie es zumindest in deiner Theorie beschrieben ist.
      Ich habe keine Ahnung, wo es mich hinführt.
      Ich tauche in ein Nicht-Wissen ein....und irgendetwas Neues entsteht...
      Vielen Dank für den Austausch
      und herzliche Grüße
      Petra

    • Petra von Alvensleben hat einen neuen Beitrag "Langlotz und Ruppert als Introjekt?" geschrieben. 27.11.2017

      Lieber Ero,

      ich glaube, wir meinen beide das Gleiche: ich beschreibe oben nur, dass wir es den Klienten durch die Seminarleitung wie auch durch die Gruppe ermöglichen, genau das nachreifen zu lassen, was im traumatisierten Elternhaus nicht möglich war. Die Klienten sollen lernen, sich zu spüren und ihre Bedürfnisse zu verteidigen = autonom werden.
      Wir ersetzen die Eltern-Introjekte und müssen nur aufpassen, dass die Ratsuchenden sich schließlich vom Therapeuten auch abgrenzen, so wie sie es ja in/ nach der Pubertät von den Eltern hätten tun sollen...
      Dies gelingt meines Erachtens nicht immer gut, und die Theorie oder auch das Therapeuten-Ich verweilt als Ersatz-Selbst beim Klienten....So ganz autonom ist das dann nicht.
      Deine "Fans" kämpfen für dich, Rupperts "Gefolgschaft" verteidigt ihn bis aufs Blut...Ich wittere da Abhängigkeiten...
      Mit dem Gewissen - ja, das ist halt eine Begriffs-Spielerei. Ich würde es nicht nur in den religösen Kontext einordnen, auch, wenn dort eventuell einmal der Ursprung lag.
      Ich persönlich ziehe es vor, nicht meinem Gewissen zu folgen, sondern meinem Gefühl. Mein Verstand dient mir dabei lediglich.....
      Aber womöglich ist´s wirklich nur Wortklauberei....

      Nun ja, und warum euer beider - deine und Rupperts - Theorie sich nicht ergänzen dürfen, will mir nicht so recht einleuchten.....Ich denke, ich praktiziere das so: ich arbeite nach meiner eigenen Facon, aber es sind durchaus und immer wieder Elemente euer beider Vorgehensweisen zu finden...klappt ganz ausgezeichnet....

    • Petra von Alvensleben hat das Thema "Langlotz und Ruppert als Introjekt?" erstellt. 27.11.2017

    • Petra von Alvensleben hat einen neuen Beitrag "TRAUMAAUFSTELLUNG „Ich kann nicht Liebe annehmen und erleben“" geschrieben. 26.11.2017

      Lieber Ero,
      vielen Dank für deine Heinweise. Das probiere ich gern aus.
      Zu Hellinger: ich interpretiere seine Ausführungen zur Zugehörigkeit nicht so symbiotisch. In meinen Augen hat er durchaus erkannt, dass es um Autonomie geht, indem er sagt: "Erwachsen zu werden heißt, untreu zu werden." Man setzt sich über die Regeln der Gemeinschaft hinweg und folgt seinem eigenen Weg, man wird unloyal.
      Dass diese symbiotischen "Energien" wie Schuldgefühle etc. wirken, ist ja ein Fakt, den wir u. a. mit der Methode der Aufstellungsarbeit überwindenwollen, indem wie sie zunächst bewusst machen.....
      Visionssuchen der indigenen Völker als Eintritt ins Erwachsenenleben suchen ja auch danach, die eigene Stimme zu hören und ihr zu folgen statt wie bislang der Stimme der Eltern und der Gruppe....Ein Thema also, das uns wohl bereits seit Urzeiten bewegt. Nur die Werkzeuge und Methoden verändern sich....

    • Petra von Alvensleben hat einen neuen Beitrag "TRAUMAAUFSTELLUNG „Ich kann nicht Liebe annehmen und erleben“" geschrieben. 24.11.2017

      Für dieses "Nicht-aus-dem-Trauma-aussteigen-können/-wollen" gibt es sicher einige Aspekte. Bei mir persönlich ist es das Gefühl der Leichtigkeit, das mich immer wieder zweifeln lässt, ob dieser Weg richtig ist. Ich gerate immer wieder in diese Schwere - was besonders frustrierend ist, da ich selbst Aufstellerin bin und ich glaube, ich bin nicht dumm. Aber ich falle immer wieder ins gleiche Loch.
      Es ist so, als würde ich ganz gut Tennis spielen, hätte aber um den Schlagarm Gewichte gebunden. Es ist super anstrengend, aber ich schlage mich tapfer. Ich habe meinen Umgang damit gefunden. Jetzt kommst du und sagst: "Mensch, nimm doch einfach mal diese Gewichte von deinem Arm ab!" Gesagt - getan. Ich spiele plötzlich mit unglaublicher Leichtigkeit und gewinne die Turniere ganz einfach und spielerisch. Und das kann ich nicht glauben, will ich nicht wahrhaben, halte es für eine Illusion - und schwups: bin ich wieder im alten Drama, in der Schwere. So kenne ich das Leben. Anstrengend.
      Ist es eine Illusion? Nein, ich denke nicht. Doch von außen wird dies oft bestätigt: "Du musst in die Tiefe schauen. Da sind noch alte Verletzungen. Du rennst vor deinem Schmerz davon etc., etc."
      Leichtigkeit ist scheinbar etwas, das die Menschen nicht so gut kennen.
      Vielleicht ist auch noch ein weiterer Aspekt von Bedeutung. Und hier fällt mir wieder Hellinger ein - bei aller Kritik, doch seine philosophischen Ausführungen finde sehr beachtlich:
      Es geht um die Zugehörigkeit zur Gruppe, die wir fürchten zu verlieren, wenn wir nicht mehr so funktionieren wie dieselbe.
      Hellinger sagt, unser Gewissen ist diejenige Instanz, die die Bindung an die Gruppe sichert. Ein schlechtes Gewissen sagt mir: "Hier hast du gegen Regeln und (informelle) Übereinkünfte verstoßen und gefährdest somit deine Zugehörigkeit." Als Kind oder wenn man bei indigenen Völkern in der Wüste/ im Dschungel lebt, ist die Gruppe tatsächlich das, was uns das Überleben sichert. Alleine wird´s schwierig. Hier in unserer Gesellschaft und vor allem als Erwachsener ist dies anders. Hier können wir es riskieren, unserem eigenen Weg zu folgen, auch wenn die anderen dies ahnden.
      Ich persönlich finde diesen Schritt nicht so leicht wie er sich immer anhört. Bei sich zu sein, ganz autonom, heißt auch, anders zu leben als die anderen. Ich habe ein schlechtes Gewissen, fühle mich falsch. Und die anderen bestätigen meine Zweifel natürlich.

      Vor einiger Zeit habe ich mal einen "Experimentierabend" gegeben. Ganz allgemein wollten wir mit Themen experimentell aufstellen, um die Dynamiken zu erforschen. Vorherige Themen waren Partnerschaft, Krieg, Pubertät. Diesemal stand das Thema Weiblichkeit im Raum. Jede Teilnehmerin ging in eine "Rolle", die sie gerade spürte. Ich fühlte mich wie ein Kind - unbeschwert. Eine andere meinte die weise Alte zu sein (war aber eher eine esotherische Vorstellung davon), eine andere war eine depressive Frau.
      Mit der Zeit nahm diese Depression uns alle gefangen. Wir hatten tolle Erkenntnisse, aber es wurde immer schwerer im Raum, und ich dachte, ich konnte die Teilnehmer auf gar keinen Fall so nach hause entlassen.
      Also entschied ich mich, aktiv aus dieser Rolle und dieser Depri-Stimmung auszusteigen. Es ging mir schlagartig besser, hatte wieder meine alte Kraft.
      Nun legte ich eine Schnur auf den Boden und bot den anderen an, sie könnten ebenfalls aussteigen.
      Eine Frau wollte gerne, traute sich aber nicht, dachte, sie dürfe dies nicht. Doch es gelang ihr. Es ging ihr sofort besser.
      Die Frau, die als letzte noch drinnen blieb, sagte u.a.: "Du kannst mich hier doch nicht allein lassen!".
      "Du hast die Freiheit, auch auszusteigen", sagte ich. Sie wollte erst noch die andere dafür verantwortlich machen, dass es ihr noch schlecht ging, weil sie sie allein gelassen hatte. Sie kam dann aber auch, und es ging ihr besser.
      Wir konnten alle wieder lachen und gingen mit guter Energie heim.

      Dieses "Aussteigen" scheint etwas zu sein, was zum Erwachsen-Sein dazugehört. Das bewusste Erkennen seines Handlungsspielraums, Entscheidungen treffen und mit den Konsequenzen leben, andren ihr Leben zuzumuten und zuzutrauen, auszuhalten, wenn andere meine Entscheidung missbilligen uvm..
      Und da fehlt es uns an Vorbildern....

      Nun ja, ich will den Rahmen hier nicht sprengen. Du hast ja alles mehrfach in deiner Theorie dargestellt.
      Um mit meinem Eingangsbericht abzuschließen: Leichtigkeit ist etwas, das mir nicht leicht fällt

    • Petra von Alvensleben hat einen neuen Beitrag "Aufstellungsabend mit Prof. Franz Ruppert Ein Lokalderby mit roter Karte" geschrieben. 05.11.2017

      Gern möchte ich noch einen weiteren Aspekt hinzufügen - vielleicht ist´s schon einmal benannt worden. Das hab ich jetzt nicht überprüft.
      Die Aufstellung findet meines Erachtens nach nicht nur "in der Mitte" statt, also dort, wo die Stellvertreter agieren. Zur Aufstellung gehört alles: also auch die Rolle des Aufstellers in dem Moment oder Seminarteilnehmer, die noch am Rand sitzen. Vielleicht sogar auch Dinge, die ganz nebenbei passieren....eine Tasse, die umfällt, ein Handy das klingelt uvm. Alles können Hinweise auf wichtige Aspekte sein.
      Deshalb ist Wahrnehmungsschule für mich so wichtig.
      Hier bei eurem "Derby" ist ja ein Parallel-Prozess zu beobachten. Das, was jetzt hier im Forum geschieht (was ich sehr informativ finde), ist quasi die Fortsetzung der Aufstellung.

      Weiterhin finde ich, dass Ruppert die Trauma-Dynamik wirklich sehr gut erforscht und dargestellt hat. Vielleicht hat er Trauma tatsächlich etwas besser "verstanden" als du. Deine Vorgehensweise jedoch bietet ein wertvolles und wichtiges Handwerkszeug an, das ich unverzichtbar finde, gerade, wenn es um verwirrende Familiendynamiken geht. Als Psychiater hast du ja vorwiegend mit Psychose-Patienten und "schweren Fällen" zu tun. So ist´s nicht verwunderlich, dass dein Fokus hier liegt und du ein elementares Mittel gefunden hast, um Menschen wieder Orientierung anzubieten. Ich nutze es immer wieder für Klienten und für mich selbst. Es scheint mir ein Schlüssel zur Heilung zu sein.
      Doch - wie schon auch von anderen mehrfach erwähnt - ist der Weg ´raus ein Prozess. Viele Stationen gehören dazu, und vor allem Selbst-Erkenntnis.
      Auf der Meta-Ebene würde ich Ruppert der Phänomänologie zuordnen und das Langlotz-Konzept dem Konstruktivismus. Beides gehört doch irgendwie zusammen: die Wirklichkeit spricht durch uns, und wir müssen lauschen, aber wir gestalten auch Wirklichkeit aktiv mit.
      Ruppert-Langlotz als Paket, dazu noch einen großen Batzen Wahrnehmungsschule und ständiges Hinterfragen.
      Es ist der weibliche Weg vom Weben und Spinnen.
      Der männliche Weg der Konkurrenz und des Wissens ist im Sport-Wettkampf sehr schön.
      Hier aber brauchts eher das Netze-Weben der alten weisen Weiber

      Lieber Ero, mir fällt dazu deine These ein, man müsse die Grenze nur mit der Kraft des Tigers oder Löwen verteidigen. Doch auch ein Schmetterling mit seiner Leichtigkeit ist manchmal gefragt - oder ein listiger Fuchs - eine Schlange, eine Mücke - alles kann in dem Moment richtig sein. Je nach Qualität der Situation. Die schamansichen Krafttiere bieten ein unerschöpfliches Potential.

      Aufstellungen sind für mich wie ein Musikstück: man lernt die Grundregeln (Noten, Instrument), hat evtl. noch ein paar Coaching-Tricks parat (Atmung, Standfestigkeit) und dann improvisiert man und greift intuitiv in den Werkzeugkoffer, je nach Liedart...
      Deine Methode ist ein Werkzeug. Rupperts Trauma-Konzepte runden das Verständnis dieser Dynamiken ab. Aber spielen können wir die Aufstellung nur, wenn wir uns wirklich der jeweiligen Energie des Anliegens anvertrauen und mit Leichtigkeit uns fallenlassen, um zu lauschen, welche Antworten wohl breits im Raum liegen.
      Viele Grüße
      Petra

    • Petra von Alvensleben hat einen neuen Beitrag "Aufstellungsabend mit Prof. Franz Ruppert Ein Lokalderby mit roter Karte" geschrieben. 02.11.2017

      Mir gefällt die Diskussion sehr, weil hier die unterschiedlichen Positionen und Blickwinkel sich ergänzen, widerlegen und neu zusammenfinden dürfen. Es vervollkommnet sich somit immer mehr. Ist vielleicht in der Distanz des online-Programms auch besser möglich, als im Seminar, wo man - wie oben schon von jemandem erwähnt - automatisch als Klient (und auch Stellvertreter) wieder in die Kinderrolle geht und dem Therapeuten alle Kompetenzen überträgt.
      Diese Dynamiken, die in Gruppen entstehen, finde ich beachtenswert. Wir als Aufsteller geraten vielleicht immer wieder beiläufig in die Falle, als Leiter alle Kontrolle haben zu wollen, aus Angst, es könne etwas aus dem Ruder laufen. Und damit handeln wir dann wie Mutter und Vater damals.
      Wenn die Klienten selbst den Weg nachvollziehen dürfen - so wie Bernhard es oben beschrieben hat - dann haben sie es meines Erachtens auch gut begriffen. Die Seele ist langsam unterwegs. Ich warte manchmal bei jedem Schritt, ob ein nächster möglich ist. Erst dann gehe ich weiter.
      Hinaus aus Mutters Raum - wie fühlt sich das an? Wo geht es weiter, wo hake ich und warum? Was hält mich noch, was treibt mich an? Diesen Prozess habe ich für mich persönlich aber auch für die Ratsuchen als sehr kostbar erlebt. Auf dem langsamen Weg `raus aus Mutters-Raum hin in meinen eigenen tauchen manchmal unerwartete Aspekte auf, die als Blockade wirken.
      Wenn man zu schnell arbeitet, übersieht man diesen Aspekt und ist dann frustiert.
      Der Therapeut versteht nicht, warum der Klient so "bockig" ist, und der Klient denkt wieder, es ist so wie immer: er macht alles falsch und ist ständig im Widerstand...
      Vielleicht ist das auch wirklich die entscheidende Frage: "Wie führe ich als Aufstellungsleiter?" Ähnlich wie in der Eltern-Kind-Situation ist es ja so, dass der Klient durchaus eigene Lösungsstrategien in sich trägt. Seine Kritik darf ich als Aufsteller auch ruhig ernst nehmen. So wie ich die Kritik meiner Kinder ernst nehme. Jedoch ist man als Aufsteller eben in der Rolle desjenigen, der aus der Distanz heraus neue Ideen einbringen kann. Meine Kinder dürfen auch mitreden, aber es gibt Situationen, da habe ich als Mutter eben mehr Erfahrung oder den besseren Überblick. Da bin ich aufgerufen zu schützen, zu bremsen, anzuleiten etc. Und dann gibts Situationen, da vertraue ich auf die innere Weisheit meiner Kinder - inkaufnehmend, dass etwas in die Hose geht -, so wie ich auf die innere Weisheit meiner Klienten vertraue.
      Und irgendwie habe ich die wertvollsten Erfahrungen immer "vom Leben" gelernt. Immer dann, wenn es anders kam, als gedacht. Wenn ich mich ratsuchend an einen Therapeuten oder in ein Seminar begeben habe, kam ich oft enttäuscht zurück - keine Heilung wie ersehnt. Hinterher aber stellte sich diese "enttäuschende" Begegnung als genau entscheidender Lernschritt heraus.
      Obwohl ich mich damals auch von der "Hellinger-Methode" distanziert habe, so fallen mir doch immer wieder "Hellinger-Weisheiten" ein. Ganz falsch war´s wohl nicht, was er sagte. Aber jeder muss dann selbst den Weg zu dieser Weisheit finden. Also, das Rad noch einmal neu erfinden.
      Er sagte, man solle aus nix eine Überzeugung machen. Das heute Erkannte ist morgen bereits wieder anders. Find ich gut.
      Und er sprach auch, von der "inneren Haltung" des Aufstellers. Ich stimme zu.
      Kurz: neben allen Konzepten und Theorien finde ich die Frage der "Führung" sehr bedeutsam.
      Wir müssen wohl aktzeptieren, dass bei aller Theorie, Erkenntnis, Therapie wir nicht umhin kommen unseren Weg zu gehen. Manchmal über Umwege, oft anders als erwartet. Wir müssen uns selbst anstrengen und auf die Klappe fallen, wieder aufstehen und noch einmal neu überlegen. Mist.
      Viele Grüße
      Petra

    • Petra von Alvensleben hat einen neuen Beitrag "Aufstellungsabend mit Prof. Franz Ruppert Ein Lokalderby mit roter Karte" geschrieben. 01.11.2017

      Hallo Ero,

      ich bin Petra aus Hannover, arbeite seit etwa 14 Jahren ebenfalls mit Systemaufstellungen, bin aber natürlich selbst auch Klientin und mit Höhen und Tiefen auf meinem eigenen Weg unterwegs. Ich konnte und kann immer an euren beiden Methoden etwas Hilfreiches finden: Rupperts - noch am ehesten phänomenologisch geprägtes Vorgehen - hat mir stehts geholfen, meine Muster besser zu verstehen und auch tief verborgene Aspekte herauszuschaufeln, damit diese nicht mehr im "Untergrund" vor sich hin arbeiten und Schaden anrichten. Mich begeistert die Methode der Aufstellungsarbeit gerade deswegen, weil sie imstande ist, Dinge sichtbar zu machen, die wir verbal und mit dem Verstand nicht erklären können. Und was gesehen ist, kann sich meiner Erfahrung nach auch verwandeln...Vergleiche Rumpelstielzchen: Was man "beim Namen nennt", verschwindet von selbst im Erdboden... Allerdings fehlte mir bei Ruppert und Kollegen in der Tat manchmal die Direktive. Gerade bei starken und verwirrenden Traumata in der Kindheit brauchts jemanden, der schon mal "da draußen" war und über andere Handlungsstrategien verfügt. Wenn mir der Therapeut - oder auch ein Stellvertreter - schon mal zeigt, wie es gehen könnte, kann ich das Stück für Stück in mein eigenes Repertoire übernehmen. Wir haben die Lösung zwar alle in unserem Inneren - da stimme ich Ruppert zu. Ich vertraue auch auf Selbstregulationskraft des Systems. Doch bei Traumata versagt genau diese Instanz ja. Dann ist es gut, wenn von außen jemand schützt und mir zeigt, dass ich auch noch eine starke Seite habe. Dass es einen inneren Raum gibt, der mir gehört. Dass ich ihn verteidigen muss und darf.
      Ich denke in diesem Zusammenhang immer an die Homöopathie (wenngleich ich da nicht kompetent bin!!): das ähnlichste Mittel heilt - das Mittel (in richtiger Potenz) ist der Impulsgeber, der mich wieder in die Richtung, also auf meinen eigenen Weg bringt. Manchmal geschieht dies, ohne dass ich alle Zusammenhänge meines Dramas verstehe. Es geht mir einfach besser. So ist`s, wenn ich plötzlich wieder in meinen eigenen inneren Raum gehe. Manchmal aber löst das Mittel auch Erinnerungen aus. Das Trauma "kommt hoch". Dann will es vielleicht von noch mehreren Seiten betrachtet werden. Das hat nicht immer etwas damit zu tun, dass man in der Opferrolle bleibt. Das heißt für mich, dass es eben noch mehr Betrachtungsweisen braucht. Mehr nicht.
      Also, ich persönlich plädiere ja dafür, soviel "Handwerkszeug" wie möglich dabei zu haben, sich also ruhig mit diversen Theorien und Erfahrungen auszutauschen. Dann aber, in der Aufstellung selbst, schaue ich wirklich, was sich dort zeigen will (phänomänolog. Ansatz). Sollte ich spüren (und dies nur aus meiner Erfahrung heraus), dass der Klient strauchelt und eine Retraumatisierung droht, springe ich ihm zur Seite mit kreativen Ideen.
      Lassen und gleichzeitig verantwortungsvoll begleiten - wir müssen ewig üben, bis es gut gelingt, gell?
      Und noch etwas:
      ich habe nach wie vor großen Respekt vor "den Dynamiken". Wie bei eurer Begegnung gesehen, kann man sich noch so sehr versichern, sich gegenseitig zu achten, aufmerksam zu sein etc., etc. - wenn´s einen hat, dann hat´s einen. Manchmal lernt man aus ebendiesen Erfahrungen. Ergo: das gab´s vielleicht einen größeren Lehrmeister als euch beide, und der wollte euch etwas zeigen. Ist doch super gelaufen. So haben wir alle etwas davon.
      Vielen Dank und herbstliche Grüße
      Petra

      P.S.:
      Gruppen haben schon eine gewaltige Kraft. Da darf man nicht unvorsichtig sein, finde ich. Es ist deutlich anders als in der Einzelarbeit.
      (Ich habe mit Kollegen beim Austausch ähnliche Erfahrungen gemacht, und bin zu dem Schluß gekommen: wenn nicht einer wirklich im Moment der Aufstellung "den Hut auf hat", dann spielen die Familiendynamiken mit uns allen Ping-Pong und wir gehen enttäuscht und verwirrt nach hause.)
      Aus der schamanischen Tradition kennt man die Idee, dass jemand - bei einem Gruppenritual - "den Raum hält", was soviel meint, dass jemand dafür verantwortlich ist, die Energie zu waren. Dieses Modell würde ich übernehmen.
      Jedoch mit weniger Direktive, als es bei dir der Fall ist. Ich finde, deine Theorie kann auch eine "Brille" sein, ein Introjekt, das verhindert, dass neue Erkenntnisse und Lösungen und Spielarten sich zeigen.
      Also Offenheit mit Vorsicht.....

Empfänger
Petra von Alvensleben
Betreff:


Text:
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